Verlag Dieter Baumert
Baumert Verlag Lörrach · San Pietro in Bevagna · New York ISBN 3-936080 Steingasse 37 79639 Grenzach-Wyhlen Deutschland
Via 8, Marchese No. 57 I-74024 Manduria TA Italia 240 West 10th Street
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Maisenhardt Joggele Dieter Emil Baumert Letzte Tage in Havanna Cubanisches Tagebuch
Erscheint als 1. Maisenhardt-Joggele "Der Joggele vom Maisenhardt wirkt, wie ihr wisst, auf eigne Art: ich streiche durch
die ganze Stadt zu seh'n, was sich ereignet hat" Victor von Scheffel Deutsche Erstausgabe © für diese Ausgabe Verlag Dieter
Baumert Buckweg 4, 79540 Lörrach, Deutschland Casella Postale 106, 74024 Manduria TA, Italia 240 West/10th Street, New York, N.Y.
10014 USA Einbandgestaltung Dieter Baumert unter Verwendung eines Bildes von Bruni Regenbogen. Typographie xx Gesetzt aus
Garamond Herstellung: Libri Books on Demand Printed in Germany. Alle Rechte vorbehalten: ISBN 3-936080-00-3
Ab 01. Januar 2007: ISBN 978-3-936080-00-1 Reise in das Cuba des Fidel Castro Ruz Anfang der90er Jahre des 20. christlichen
Jahrhunderts Der Autor und seine Frau Judith verbringen zwei intensive Wochen in der kubanischen Hauptstadt Havanna, tauchen ein in die
Sehnsüchte eines Kontinents, nehmen die Schönheiten dieses Weltkulturerbes der Menschheit ebenso wahr, wie die sich zuspitzenden Widersprüche
eines autoritären Staatssystems, dessen Reform dringend erwartet wird, damit der südamerikanische Kontinent außer autoritären und neoliberalen
Gesellschaftsmodellen auch eine soziale und freiheitliche Perspektive erhält. Ein Buch, so erfrischend wie ein Cuba Libre, so
geschmackvoll wie eine gute Zigarre, so lustvoll wie die schönen Frauen Cubas und so abgeklärt wie die alten Herren des Buena Vista Social
Clubs. Nachwort zur deutschen Erstausgabe 2002 von Dr. Konrad Kärn Genussfähiger Eindrucksmensch auf kritischer
Entdeckungsfahrt (zu sich selbst?): D. E. Baumerts "Letzte Tage in Havanna" "DB" hat es, wohl nicht erst seit seiner
"Eberle" - Affäre, gelernt, auch in Andeutungen zu sprechen - oder ist es die zweite analytisch-linke Zwiebelschalenhaut, die sich immer dann
zeigt, wenn die sinnlichen Eindrücke, gerade kräftig farbig aufgetragen, zu schwelgerisch wirken und deshalb desillusioniert werden müssen.
Baumert ist nicht zum erstenmal seinen Illusionen nachgereist und hat sie, ein selbstquälerisches Unterfangen, natürlich nicht gefunden.
Was ist am Post-Stalinismo des "Maximo Lidér Fidél", heute ein alter Mann, noch 'sozialistisch'? Schon 1968 lagen die
"Granma" - Exemplare der kubanischen Parteizeitung stapelweise im Büro des SDS im Freiburger 'Europäischen Hof'. Dort steht heute
eine (Geld-) Bank. Niemand konnte und wollte sie lesen, obwohl sie noch einen Hauch von Abenteuer in ihrem fetten Druckerschwärzegeschmack
mittransportierten. Inti Perredo, der 'Kampfgefährte' Chés, war gerade 'gefallen', Daniel, sichtlich ein kubanischer Agent, weinte deswegen
auf der SDS-MV. Und Tanja, Chés deutsche Gefährtin, spukte durch die Zeilen. Heute beklagt Baumert, dass er als Eintritt in Chés
Mausoleum mit Dollars bezahlen müsse. Alléida Guévara sammelt mit größtmöglicher Distanz und Nähe zum Vater in Freiburg Scherflein für soziale
Projekte. Und dennoch schwingt bei aller Enttäuschung ein Schuss Romantik mit: "Ché hatte weibliche Züge, Züge des weiblichen Denkens,
doch er ist erstarrt. Zum Zimmerschmuck – zur Fratze." - zur Zigarettenreklame. Die Pax Americana, in der ja alles, vom Songschrott ihrer
Unterschichten, den sie uns tagtäglich aufdrückt, bis hin zu den bislang uneingelöst gebliebenen Verheißungen eines besseren
Gesellschaftsmodells, gültiger denn je zu sein scheint, hat den Filibuster, dem sie in Bolivien die toten Hände abhacken ließ, auf vielfache
Weise als billige Werbe-Ikone einvernahmt, sein eigentlicher Tod. So gilt Baumerts Sympathie noch immer dem einfachen Volk, welches auf
schlichte und trickreiche Weise aus den Seifen-Ansteh-Schlangen heraus Geschäfte zu machen sucht und um ein bisschen Sympathie wirbt, was
sich aber auch ändert: "Eine Schokolade noch, dann war es genug der Dankbarkeit und Freundlichkeit. In ein paar Jahren würde er das nicht
mehr machen können, dann würde er zu den Abzockern gehören, den Touristenneppern, unangenehme Blutegel einer besonderen Spezies Mensch: Homo
Touristicus." Was dann wohl aus José geworden sein mag, der besang, wie das Volk die Zeit nach den "Ravos de nuve" zählt,
den jährlich wiederkehrenden schweren Zyklonen, nicht nach der Herrschaftszeit der großen und kleinen Diktatoren. Der morbide Charme des
'Danach-Stalinismo' wird ihn zudecken, und ihm wie Baumert bleibt nur der sanfte Nachklang vom Geschmack einer Caipirinha, nicht eines
"Cuba libre". Cola und Rum sind eine amerikanische Erfindung. Gute Zigarren, von denen Baumert gerade noch eine in seinem italienischen
Häuschen raucht, werden freilich noch handgemacht, von Zigarrendreherinnen wie meiner Mutter Frieda aus der ehemaligen Zigarrenfabrik in
Umkirch. Dort, im Gekräusel des feinen Deckblatts, setzt Baumert seine nicht enden wollende Reise fort. Er ist unterwegs zu sich
selbst, weg vom demonstrativen "Außen", es wird noch eine Weile dauern, bis er bei sich ankommt, aber er ist sich mit seinem Buch näher,
als er weiß. |