Über D.E.Baumert

  1979

Ich lerne meine große Liebe kennen: Daggi

Welch ein Wunder
  

  
© 1979 by Susanne Biggio
Dieter & Daggi
  

Die Grünen werden in Karlsruhe als Bundespartei gegründet.

  

1980 Ich trete den Grünen bei.
Gemeinderatswahlkampf Lörrach 1981

Ich kandidiere auf der Gemeinderatsliste.

  

Rainer Brambach stirbt in Basel

14. August 1983

  

 
  1985

Dagmar kandidiert als Vertreterin von "Frauen helfen Frauen" auf der Grünen Liste Lörrach und wird Gemeinderätin – bis Herbst 1989.

  

  
Dieter & Daggi
Dieter Baumert und Dagmar Perinelli
Photo: Paul Wieland (Paul Hiß)
  

  1990

Dagmar und ich sind in Australien zum Arbeiten und vorher und nachher in Indien, Indonesien, Malaysia und Singapur. Alle Welt freut sich mit uns Deutschen über die gelungene, gewaltfreie deutsche Revolution – die Wiedervereinigung.

Während ich noch für den Kreisrundbrief der Grünen Lörrach einen Artikel zur Politik im neuen Deutschland schreibe, der im Juli und August 1990 fast ungekürzt von Kreisgeschäftsführer Wolfgang Zschämisch veröffentlicht wird (nur der Hinweis auf Ernst Bloch verschwindet im Orkus des bekennenden Christen), schmeißen mich die Grünen aus ihrer Kartei, respektive Partei (smile). 1991 erfahre ich zufällig davon. Parteisoldat Conrad Heinrich Bauer im BZ-Interview: "Wir hatten ja nur einen Fundamentalisten, Baumert – und der ging nach Australien". So lässt sich auch Geschichte verfälschen – wir sind halt alle mit Radio Eriwan-Witzen großgeworden.
Sie hatten leider nicht den Charme und die Chuzpe des jüdischen Witzes.

  

Edeltraut Elfrieda Baumert und Alwin Roland Jentsch heiraten in Grevenbroich. Beide behalten ihren Familiennamen.

  

10. Januar 1992  

Edeltraud Baumert stirbt an den Folgen einer Operation.

Materialien

  

08.10.1992 10.30 Uhr  
  31.12.1992

Ich schließe diese Pforten der Wahrnehmung:
s‘ Lädeli in Lörrach, Kirchstrasse 4: it’s gone.

Lörrach
47.37° N
07.40° O

  

Elias Canetti stirbt in Zürich (Schweiz).

  

14. August 1994

 

Dieter Emil Baumert und Dagmar Perinelli (geborene Lammert, jetzt: Baumert) heiraten in Las Vegas, Nevada, USA.

  

08.07.1997 Hier gibt es Photos dazu zu sehen.

Frieda Luisa Baumert verstirbt in Bad Säckingen.

  

17. Januar 2001 23.30 Uhr  
www.baumert.it 24.11.2001

Wir kommen in San Pietro in Bevagna, Apulien an: Schnee in der Nähe Afrikas? Das kann nur ein gutes Omen sein.

  

Am 14. August 2004 stirbt Ceslaw Miloz in Krakau

  

14.08.2004  
die Grünen
Kommentar zum Bild

Gert Robert Baumert verstirbt in Vielank OT Alt Jabel

26. Juli 2017
00:15 Uhr
Gert Robert Baumert

Rainer Brambach

„Ich bin mit Paul Celan durch die „Dalbe“ (Dialektausdruck für St. Alban) gegangen, Hans Magnus Enzensberger kam vorbei, Günter Grass hielt auf der Durchreise in Richtung Zürich, Hans Bender stieg hinauf zu mir ins luftige Juhe, und Günter Eich fand inspizieren, dies sei ein guter Platz zum Schreiben. Links und rechts von mir an der Strasse wohnten einst Jacob Burckhardt, ein wenig vor dem ersten Weltkrieg Hermann Hesse, der sich über das Gerumpel der Droschken auf dem Kopfsteinpflaster beklagt haben soll, dann Friedrich Dürrenmatt, Jürg Federspiel und der zarte, auserlesenen Tee trinkende Lyriker Siegfried Lang.“

Rainer Brambach, Textauszug aus St. Alban-Vorstadt. Aus: Für sechs Tassen Kaffee und andere Geschichten 1961-1972, zitiert nach: Rainer Brambach, Heiterkeit im Garten. Das gesamte Werk. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Frank Geerk, Diogenes Verlag 1989

Reede-n und Schrybe

Z’Basel gebore, reed i Baseldytsch.
Nadyrlig nit eso perfäggt
wie zem Byschbil dr Glopfgaischt.
Mit mynere Sprooch kumm i guet
iber d’ Gränze durs Elsas dure
und au durs Badisch.
Aber nit wyter.

I schryb Schriftdytsch.
I schryb gärn.
Myni Brief raise allewyl wyt
und s’Spaledoor, rächts uff eim Umschlag
raist mit.

Der Fremde

Der mich nach dem Weg fragte,
kam aus Griechenland.
Argos, Chios, Athenai.
der Weg zum Badischen Bahnhof
war schwer zu beschreiben.
Ich erinnerte ihn an die Odyssee.
Er zog seinen Hut, in den Regentropfen
glänzten Delphine,
Silber.

Leben

Ich schreib keine Geschäftsbriefe,
ich beharre nicht auf dem Termin
und bitte nicht um Aufschub.
Ich schreibe Gedichte.

Ich schreibe Gedichte auf den Rummelplätzen,
in Museen, Kasernen und Zoologischen Gärten.
Ich schreibe überall,
wo Menschen und Tiere sich ähnlich werden.

Viele Gedichte habe ich den Bäumen gewidmet.
Sie wuchsen darob in den Himmel.
Soll einer kommen und sagen,
diese Bäume seien nicht in den Himmel gewachsen.

Dem Tod keine Zeile bisher.

Ich wiege achzig Kilo, und das Leben ist mächtig.
Zu einer anderen Zeit wird er kommen und fragen,
wie es sei mit uns beiden.

Zitiert nach: Rainer Brambach, Heiterkeit im Garten. Das gesamte Werk. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Frank Geerk, Diogenes
Verlag 1989.

Edeltraud Baumert stirbt an den Folgen einer Operation.

Dieter Emil Baumert

2001-09-17

Lieber Roland!

Hiermit sende ich dir die Eheurkunde zu.

Schön, dass du eine Rente von Traudel erhältst.

Oft denke ich an sie und bedaure es, dass ich ihr nicht das Leben erhalten konnte. Hast Du eigentlich einen medizinischen Bericht dieser Operation?…

Bis Bald

Dieter Emil Baumert

Kyllburg, den 20. 9. 2001

Lieber Dieter,

heute erhielt ich die Urkunde und die Kopie unserer Eheschliessung, vielen Dank dafür.

Ob, und wieviel Rente ich von Traudels Firma erhalten werden, ist noch fraglich, aber ich will es jedenfalls versuchen…

Über Traudel Operation sowie den Krankenhausaufenthalt habe ich leider keine schriftlichen Unterlagen, glaube auch nicht, dass man
üblicherweise so etwas erhält.

Herzliche Grüsse.

Roland

Dieter Emil Baumert

2001-10-01

An
Direktor
Dominikus-Krankenhaus
Düsseldorf

2001-Anfrage

Sehr geehrter Herr Direktor!

Meine Schwester Edeltraud Elfrieda Baumert verstarb am 26. Oktober 1992, 13 Uhr 30 in ihrem Krankenhaus.

Ich bitte um Übersendung der gesamten Krankenunterlagen.

Vielen Dank.

Mit freundlichem Gruss

Dieter Emil Baumert

Dominikus Krankenhaus
Düsseldorf Heerdt GmbH

5. Oktober 2001

Sehr geehrter Herr Baumert,

wir bestätigen den Eingang Ihres Schreibens vom 01.10.2001 und müssen Ihnen zu unserem Bedauern mitteilen, dass wir die Krankenunterlagen Ihrer verstorbenen Schwester ohne den Nachweis eines berechtigten Interesses nicht übersenden können.

Mit freundlichen Grüssen

Dominikus-Krankenhaus
Düsseldorf-Heerdt GmbH

(Koch)
Geschäftsführer

Dieter Emil Baumert

2001-10-15

Sehr geehrter Herr Koch!

Vielen Dank für ihr Schreiben vom 5. Oktober 2001.

In der Beilage übersende ich ihnen Kopien aus unserem Familienbuch, die belegen, dass ich der Bruder meiner Schwester bin.

Dass ich am Krankheitsverlauf, Operation und Tod meiner Schwester ein berechtigtes Interesse habe erkläre ich hiermit.

Gott zum Grusse

Dieter Emil Baumert

Dominikus Krankenhaus
Düsseldorf
Heerdt GmbH

24. Oktober 2001

Sehr geehrter Herr Baumert,

wir danken Ihnen für Ihr Schreiben vom 19.10.2001.

In dem am gleichen Tag geführten Telefongespräch teilten wir ihnen u.a. mit, in welcher Reihenfolge der Nachweis eines berechtigten Interesses die Krankengeschichte Ihrer verstorbenen Schwester herausgegeben wird. Da, wie Sie selbst ausführen, der Ehemann Ihrer verstorbenen Schwester noch lebt, hätte dieser zunächst das Anrecht auf eine Herausgabe. Da dieser jedoch keinen derartigen Antrag stellte, sehen wir auch keine Möglichkeit, Ihnen oder sonst wem die Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Ausführungen gedient zu haben und betrachten den Vorgang damit als erledigt.

Mit freundlichen Grüssen

Dominikus-Krankenhaus
Düsseldorf-Heerdt GmbH

(Koch)
Geschäftsführer

Dieter Emil Baumert

2001-10-31

Sehr geehrter Herr Koch!

Vielen Dank für Ihren Brief.

Sollten Sie ernsthaft der Meinung sein, mit ihren
lapidaren Bemerkungen mein Informationsbegehren abwimmeln zu können, darf ich Ihnen hiermit versichern, dass dem nicht so ist.

So liessen wir uns einen Tag nach meiner Schwester Tod von ihrer Ordensschwester abwimmeln, als wir den Chefarzt sprechen wollten. Keine Zeit hatte dieser Herr damals, obwohl er am Tod unserer Schwester beteiligt war. So etwas hat mit dienen nichts zu tun und mit Christentum erst recht nicht. In dem Krankenhaus der Cherubine-Willimann-Stiftung Arenberg, deren Geschäftsführer sie heute sind, werden offensichtlich die Grundregeln menschlichen Anstands mit Füssen getreten.

Es kann sein, dass der verwitwete Ehemann Roland Jentsch ein Auskunftswunsch äussert. Ungeachtet davon habe ich als Bruder der in ihrem Krankenhaus verstorbenen ein Informationsbedürfnis und das Recht auf Auskunft. Dies haben sie zu respektieren und mein Gesuch nicht mit den Worten „sehen wir auch keine Möglichkeit, Ihnen oder sonst wem die Unterlagen zur Verfügung zu stellen“ lächerlich zu machen.

Ich behalte mir vor, von diesem Vorgang Ihrer Trägerstiftung Informationen zukommen zu lassen. Derart rufschädigende Praktiken dürften nicht im Interesse einer Stiftung sein, deren wirtschaftlicher Erfolg auch davon abhängt, ob sie auch in Zukunft als gemeinnützig anerkannt wird.

Ich gebe ihnen bis zum 15. November 2001 die Möglichkeit, mir mitzuteilen, dass ich die Unterlagen erhalten werde. Sollte ich bis zu diesem Termin keine Zusage Ihrerseits erhalten haben, werde ich die Angelegenheit meinen Rechtsanwälten übergeben.

Mit freundlichem Gruss

Dieter Emil Baumert

Ceslaw Miloz

Geboren am 14. Juni 1911 in Szetenje (Setainiai) – Litauen

Wo immer

Wo immer ich bin
Egal an welchem Ort
der Erde verberge ich vor
den Menschen die Ueberzeugung,
dass ich nicht von hier bin.

Als wäre ich gesandt, umso
viel Farbe, Geschmack,
Klang und Geruch wie möglich,
in mich aufzusaugen,
um alles zu erfahren,
was den Menschen zuteilgeworden ist
und alles Erlebte
in ein Zauberregister zu
verwandeln
und es dorthin zu bringen
woher
ich gekommen bin.

Aus den Polnischen von Doreen Daume.
Cheslaw Milosz. DAS und andere Gedichte
Hanser Verlag, Muenchen, 2004

Die Tage fiel mir dieses Photo wieder in die Hände, beim Wühlen im Bilderkorb. Jedes Mal passiert das selbe: ich stutze, lache, grinse und lege das Bild amüsiert zur Seite.

Ich fehle auf diesem Bild, aber ich kenne Photos aus dieser Zeit von mir – ich würde gut dazu passen. Dafür ist meine Frau – meine damalige Freundin – Dagmar drauf zu sehen, auch mein Freund Bruno Fischer mit seiner Tochter (stehend, hinter ihm), Gaby Bauer, Wolfgang Zschämisch und Gerhard Weiss. Es entstand im Zuge der Gemeinderatswahlen und zeigt einige der Kandidaten. Es entstand, glaube ich, 1982.

Wir fühlten uns als Speerspitze der modernen Gesellschaft, kritisierten den Machbarkeitswahn der Industriegesellschaften und brachten den ökologischen Faktor ins gesellschaftliche Bewusstsein.

Wir waren gegen Gewalt gegen Frauen, für atomwaffenfreie Zonen und für eine Baumschutzverordnung
für unser Städtchen, damit die alten, großen Bäume erhalten blieben. Wir waren gegen den Weiterbau der Hochrheinautobahn, gegen die Landesgartenschau. Wir demonstrierten gegen Nazis (die Schlageterfeiern in Schönau), gegen geplante Atomkraftwerke (Kaiseraugst, Schwörstadt, Leibstadt etc. etc.), gegen die Nato-Nachrüstung und für mehr Geld für die alternative Kultur.

Ich bin mir noch heute sicher, dass wir an der Spitze der Erneuerung der bundesrepublikanischen Gesellschaft gingen,die, zwei Jahrzehnte später, im rotgrünen Regierungsprojekt ihren regierungsamtlichen Ausdruck fand.

Wir kämpften für Mehrheiten in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, und wir bekamen sie – heute ist z. B. eine Mehrheit gegen Atomkraftwerke. Dies war die Voraussetzung für den Atomausstieg (auch wenn er im Detail ein Ausstieg auf Zeit ist, der auch wieder umkehrbar ist – der Preis der Demokratie ist zu zahlen, wie jeder andere auch).

Ich kann mich noch an die Tage in unserer Buchhandlung erinnern, im Kommunikationszentrum oder auf der Strasse. Wir waren die Erneuerer, zumindest fühlten wir uns so.

Und doch: wenn ich dieses Bild sehe, kommen mir Zweifel. Es könnte auch aus dem vorletzten Jahrhundert stammen, so schmalzig, altbacken, konservativ kommt es daher. Es fällt in die Rubrik „Wer hat das erfunden? – „Die Schweizer." „Und wer genau?“ "Ricola." Und in die Rubrik Schokoladenwerbung, der Alte vom Berg. Also, so altbacken, dass es wieder trashig ist, hip, modern, in.
Ein Fall für den 2-Minuten-Werbeclip. Und danach?

Bruno hat seine Mischung aus Altkonservativem (Trachtenhemd und Zither) beibehalten – und ist doch der Achberger Dritte-Weg-Künstler geblieben.

Seine Tochter hat die Maximen der Friedensbewegung hochgehalten und gegen eine deutsche Beteiligung an Auslandseinsätzen votiert – auch, wenn es ihr im Gemeinderatswahlkampf innerparteilich geschadet hat.

Gerhard Weiss ist Verleger von Schulmaterialien geworden, die konservative Sicht gehört nicht ihm. Oder sollte ich mich täuschen?

Wolfgang Zschämisch, der, wie Dagmar, dann Stadtrat von Lörrach wurde, war allerdings von Anfang eher ein wertkonservativer. Was haben wir für Auseinandersetzungen um die Abtreibung gehabt. Er, als bekennender reformierter evangelischer Christ vehement dagegen. Wir, frauenbewegt, dafür.

Während Dagmar und ich unsere Auslandserfahrungen in Australien (1990) machten, zog es ihn (mehrere Jahre, nach 1990) nach Japan. Missionieren in Japan? Naja. Heute ist er Leiter der Freien evangelischen Schule Lörrach. Er hat seine konservative Weltsicht verfeinert und die Botschaften, die aus jenem so modern anmutenden, Schulgebäude dringen, sind nicht immer zu meiner Erbauung.

DEB 2002-10-11

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