Die Sinne verfeinern

Donnerstag, 20. August 2026

Die Sinne verfeinern – den Geist schärfen – das Herz öffnen: Wir empfehlen Kultur

Von Dieter Emil Baumert & Markus Manfred Jung

D Zitte ändre sich, des hät vor viile Johre de
Bob Dylan gsunge. Un er hät sellermols siinre
Generation dämit gsait: Fründ, ihr müen euch nit
am Alte feschthebe, nit joomere,
d Welt täti sich schneller ändere, as euer
Hirini des begriffe cha. Er hät mit siine wunderschöne
Lieder de Mensche ghulfe, ass si ihri fümf Sinn all fiiner
iigschtellt hän. Grad so wie des de Mozart mit siinre Musik
gschafft hät un de Hebel mit siine Gedicht. S Alti nit
vergesse, nei, au nit de Schwamm drüber, aber eineweg offe sii
für s Neui, d Welt au emool mit de Auge vom Noochber aluege. Villicht emool mit den Auge vom ene Muselma us Bosnie oder vo Algerie unte, oder viillicht au emoool mit de Auge vom ene Chind us em Sudan.

Für des hät is d Kultur schon e Stuck wiiterbrocht: d Läsige, d Konzert, d Usschtellige, – die in de Villa Aichele grad eso wie die im Museum am Burghof oder in de Stadtbibliothek. Un, zum Glück, ghört do sit eme Rüngli au de cheibeschön schrägi Burghof vo de Basler Architekti Katharina Streib däzue. Wäre die Dame un Herre vo de Verwaltig un vom Gmeiroot e wenig öfter in des neui Kulturzentrum gange, wo de Helmut Bürgel un siini Lüt son e tolli Arbet leischte, no hette sie ämend glehrt, wie mer mit Konflikt richtig cha umgoh, un s hetti nit am Schluss e Trennig im Striit gä. Do isch, denk wohl, nnon e richtigi Versöhnig fällig.

Mit GRUENE unterstütze die Entwicklig zuen re Kulturschtadt Lörrach, wei nummen e Stadt, wo sich guet wiiterentwickelt, e Chance hät, in de Zuekumft z beschtoh. Un weil s für e neuis Johrtuusig Mensche bruucht, wo des, was die Zit forderet, mit offenem Herze un wachem Verschtandt gschtalte wön und chönne. Dodewäge mache mir nit mit, wenn s durm goht, de Kulturinitiative in de Region d Gelder wegzneh. Un mir meine au, ass in de Welt von morn unsi gueti Stube meh si muesz as nummen e groszis Vereinsheim für uns. Si muesz e Märtplatz sii. D Afrikaner würde villicht sage: e Platz für s Pallaver, wo mer Bekannti trifft und gliichzittig im Unbekannte begegne cha, – mänkmool Mensche, mänkmool aber auch Schatte us de Vergangenheit oder de dunkle Stelle im eigene Ich, – wie am Morgeschtraich.

August 1999
(geändert veröffentlicht in Grüne Wahlzeitung Lörrach 1999)